Wahrnehmung_selektive

Wie Sie sehen, sehen Sie nix..

Je weiter die Hirnforschung voranschreitet umso deutlicher wird, dass wir keinesfalls klar sehen – NIEMAND!

Hirnforschung ist der Bereich, in dem sich Psychologie, Biologie & Chemie schneiden. Nach wie vor gehen die Wissenschaftler davon aus, dass wir, rein funktional betrachtet, so eine Art „Regalsystem“ im Kopf haben und dort oben zumindest halbwegs Ordnung herrscht.

Wenn wir lernen, wollen wir die bestehenden „Fächer  & Schübe“ nutzen, sagt die Forschung weiter. Ein ganz neues Fach oder Regal aufzumachen, ohne inhaltliche „Brücke“ zum bereits Abgespeicherten – das will unser Gehirn im Allgemeinen zunächst nicht.

Das Gehirn will verknüpfen, Muster erkennen – immer!

Weil das so ist, weil unser „Oberstübchen“ gerne lernt, lernt über den Vergleichdie Wiederholung liebt und weil wir ständig Maßstäbe suchen, dabei hauptsächlich die eigenen  unbewusst verwenden und weil Lernen letztlich auch gezieltes  Erinnern ist, spricht man mit recht von selektiver Wahrnehmung. Wir treffen ständig eine Auswahl.

Aber nicht nur deshalb. Wir haben viele Sinne, die Informationen aufnehmen. Dieselben Sinne aber – und noch unser Gefühl dazu – lenken uns von der Auf- bzw.  Annahme des Neuen auch wiederum ab. Alles immer gleichzeitig!

Was ist da Ablenkung & was von Interesse?

Na, das denken wir doch  wenigstens im Griff zu haben!

Nein, auch das nicht. Und  wen das überrascht, der hat bis dato versäumt, aufrichtig mit sich zu sein. Unsere Gedanken folgen unseren Gefühlen, unser Blick dem, was wir sehen wollen.. mal mehr, mal weniger merklich, früher oder später aber immer auch das. Wer sich nichts vormacht, weiß oder ahnt das von sich.

Unsere Meinung, unsere Einstellung ist oftmals nicht mehr als das Manifest unserer Gefühlswelt nach einem ganzen Haufen von Erfahrungen. Unsere Meinung , unsere Einstellung haben wir wissentlich gewählt, glauben wir, als logische Konsequenz des Erlebten.

Was sie aber ist: Sie ist die Konsequenz des jeweils Gefühlten, wie Wissenschaftler immer klarer erkennen und ich füge an: Was man fühlt, ist immer nur EINE Möglichkeit und diese kann sich zumindest auch wieder verändern – allein, wenn bereits einer der Faktoren anders wahrgenommen oder auch anders bewertet wird.

Was ich noch zu Schulzeiten als theoretische Größe gelernt habe, dass es keine objektive Wahrheit geben kann für uns, wird mehr & mehr Gewissheit – wissenschaftlich nachgewiesen. Der Mensch kann „die Wahrheit“ nicht erfassen,  weder komplett erschließen, noch in ihrem vollen Umfang  begreifen!

Angefangen von beispielsweise 10 Zeugenaussagen zu ein & demselben Vorgang, von denen keine Aussage der anderen gleichen muss, über anders erlebte Arbeitserlebnisse, Freizeittreffen, die differente Sicht des Partners, der Eltern, des Kindes..

Jeder empfindet anders, hat sein ganz persönliches „Raster“ in sich und wird zu alledem als Mann wie als Frau von Hormonen & Botenstoffen gelenkt. Wo also ist da Raum für Objektivität? Und wo..

der Platz des freien Willens?

Die Hirnforschung scheint den Beweis in Händen zu halten: Der völlig freie Wille ist eine Mär. Man kann dem vermeintlich eigenen Willen weiter folgen, ihn weiter lieben & so nennen. Aber wenn man das ausschließlich so tut, wird er umso unfreier. Das liegt sozusagen in der Natur der Sache.

Was wir können, ist uns selber besser auf die Schliche kommen, an welcher Stelle wir „um die Ecke denken“ und weshalb wohl. Was wir können, ist die „Weichen“ umstellen – für uns – und wir können die Art ändern, unseren Weg zu gehen – das Wie.

Denken Sie an den „roten Faden“, den eigenen Spiegel, von dem ich sprach, und die goldene Regel dazu

(im Beitrag: Wer gönnt, der neidet Photo-by-Tup-Wanders_ChildrenMarblesnichts?).

 

Damit geht es uns gut, dazu sollte unser Denken & Handeln möglichst passen. Das macht frei und der Wille ist auch dabei.

Ja, wir sind und wir wollen selektiv sein. Wir funktionieren ständig nach dem Auswahlprinzip – nicht nur in obiger „Schaltzentrale“.  Die ganze Natur funktioniert so, wie schon Darwin es treffend erkannte. Unser Leben ist voller Entscheidungen – tagtäglich. Wie bewusst aber ist uns das und welchen Einfluss hat es, wenn wir uns dabei selbst besser zuhören?

Schreiben beispielsweise – für sich selbst oder auch an einen Menschen, der uns wichtig ist –  ist nichts anderes als sich selbst besser(!) zuzuhören..

Schreiben hat die Qualität der Reflektion!

 

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